Ein SCOBY ist die Kultur, die bei der Kombucha-Fermentation eine zentrale Rolle spielt. Wenn du Kombucha zuhause braust, entstehen mit der Zeit häufig zusätzliche SCOBY-Schichten. Diese lassen sich nicht nur für neue Ansätze verwenden, sondern auch kulinarisch verarbeiten.
Was ist ein SCOBY?
SCOBY steht für „Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast“. Die sichtbare, gallertartige Struktur besteht überwiegend aus bakterieller Cellulose, in die Mikroorganismen der jeweiligen Kombucha-Kultur eingebettet sind.
Welche Bakterien und Hefen genau vorkommen, kann sich je nach Kultur und Fermentationsbedingungen unterscheiden.
Kann man einen SCOBY essen?
Ein hygienisch hergestellter SCOBY lässt sich grundsätzlich kulinarisch verwenden. Wegen seiner festen, leicht gummiartigen Konsistenz wird er beispielsweise püriert, getrocknet oder in kleinen Stücken verarbeitet.
Aus dem Verzehr eines SCOBY lassen sich jedoch keine pauschalen Wirkungen auf Darm, Blutzucker, Cholesterin, Säure-Basen-Haushalt oder Sättigung ableiten.
Entscheidend ist deshalb vor allem, ob dir Geschmack und Konsistenz gefallen.

Wozu kann man einen SCOBY verwenden?
Überschüssige SCOBYs lassen sich auf verschiedene Arten weiterverwenden:
1. Kulinarisch verwenden
Die besondere Konsistenz des SCOBY lässt sich beispielsweise in Sushi-Varianten, Smoothies oder anderen Rezepten ausprobieren.
2. SCOBY-Jerky ausprobieren
Ein SCOBY kann mariniert und anschließend getrocknet werden. Dadurch verändert sich seine Konsistenz und es entsteht ein ungewöhnlicher fermentierter Snack.
3. Smoothies und Bowls
Kleine Stücke SCOBY lassen sich pürieren und dadurch beispielsweise in Smoothies oder Bowls verarbeiten.
4. Für neue Fermentationen
Ein SCOBY kann zusammen mit ausreichend geeigneter Starterflüssigkeit für weitere Kombucha-Ansätze verwendet werden.
5. Kompost
Wenn du einen SCOBY nicht mehr verwenden möchtest und keine ungeeigneten Zusätze enthalten sind, kannst du ihn über den Bioabfall oder Kompost entsorgen.
6. DIY- und Materialexperimente
Bakterielle Cellulose wird auch als Ausgangsmaterial für unterschiedliche Materialanwendungen erforscht. Daraus folgt jedoch nicht, dass ein zuhause gezüchteter SCOBY automatisch ein gleichwertiger Ersatz für Leder oder Kunststoff ist.
Für Haustiere würde ich SCOBY nicht pauschal als Futtermittel empfehlen. Ob er für ein bestimmtes Tier geeignet ist, sollte im Zweifel tierärztlich abgeklärt werden.
Spannende Scoby-Rezepte
Beeriger Scoby Smoothie
Zutaten:
- 30 g Scoby
- 60 g gefrorene Erdbeeren
- 100 ml Reismilch oder anderer Milchersatz
- 100 ml Kombucha Original
- etwas Honig oder Ahornsirup
Zubereitung:
Alles mixen, bis eine gleichmäßige Konsistenz entsteht – fertig ist dein beeriger SCOBY-Smoothie!
Apfelmus mit Scoby
Zutaten:
- 30 g Scoby
- 4 bis 6 Äpfel (je nach Größe)
- 50 ml Kombucha Original
Zubereitung:
Schneide die Äpfel in Stücke. Dann gebe diese zum Kombucha mit Scoby hinzu und mixe alles, bis die gewollte Konsistenz erreicht ist. Nach Bedarf kann auch noch Zimt oder etwas Kokosblütenzucker dazu gegeben werden. Das fertige Apfelmus unbedingt im Kühlschrank aufbewahren.
Tipp: Die Äpfel gründlich waschen, Stiele und Kerngehäuse entfernen und anschließend in Stücke schneiden. Die Schale kannst du je nach gewünschter Konsistenz mitverarbeiten.
Scoby Energy Balls
Diese SCOBY Energy Balls kombinieren Haferflocken, Trockenfrüchte, Nussmus und SCOBY zu einem praktischen Snack für unterwegs.
Zutaten:
- 125 g Haferflocken
- 40 g getrocknete Kirschen, Datteln oder Feigen
- 50 g Nussmus
- 3 Löffel Honig
- nach Belieben Vanille Pulver, Zimt oder andere Gewürze
- 30 g Scoby
Zubereitung:
Alle Zutaten gut vermischen und für min. 1 Stunde im Kühlschrank lagern. Dann trennt man mit Hilfe eines Löffels den Teig und formt kleine Bälle. Danach die fertigen Scoby Energy Balls wieder im Kühlschrank lagern.

Erdbeere-Scoby Sorbet mit Rosenblüten
Zutaten (ergeben ca. 750 ml Sorbet):
- 500 g vorbereitete Erdbeeren
- 100 g Honig
- 150 ml Kombucha Original
- 2 cl Rosenessenz
- Saft von 1 Zitrone
- 1/2 Päckchen Apfelpektin
- 2 Handvoll Rosenblüten
Zubereitung:
- Die Erdbeeren waschen und in den Standmixer geben
- Gebe anschließend Honig, Zitronensaft, Kombucha und Apfelpektin hinzu. Püriere die Zutaten und schmecke die Sorbetmasse mit Zitrone und Rosenessenz ab. Das Erdbeer-Kombucha-Sorbet sollte nun durch das Pektin leicht andicken.
- Zupfe die Rosenblüten ab und streue die Blütenblätter in die Sorbetmasse.
- Die Sorbetmasse wird nun in der Eismaschine gefroren oder du füllst die Masse in Eisformen ab und lässt sie im Gefrierschrank fertig frieren. Das weiche Sorbet schmeckt natürlich auch ungefroren.

Scoby-Jerky
Zutaten:
- 5 bis 6 dünne Kombucha-Scobys
- 1 Esslöffel geriebener Ingwer
- 1 Esslöffel gewürfelter Knoblauch
- 120 ml Sojasauce
- 7 EL Honig
Zubereitung:
- Schneide die Scobys in Streifen.
- Mische die restlichen Zutaten zu einer Marinade und weiche die Scoby 24 Stunden lang ein.
- Lege die Kombucha-Scobys in Streifen auf den Einschub deines Dörrgerätes aus.
- Dörre die Streifen, bis die meiste Feuchtigkeit verschwunden ist (ca. 8 Stunden bei 40 °C).
- Lass den SCOBY-Jerky nach dem Trocknen vollständig auskühlen und bewahre ihn sauber verschlossen im Kühlschrank auf. Verbrauche ihn zeitnah. Eine pauschale Haltbarkeit bei Raumtemperatur lässt sich bei selbst hergestellten Produkten nicht angeben.
Anmerkungen
Der einfachste Weg, dünne Scobys für dieses Rezept zu erhalten, ist vorsichtig die oberste Schicht des Kombucha-Teepilzes abzutragen. Alternativ kannst du versuchen, einen dicken Scoby in Schichten zu trennen.
Wenn du kein Dörrgerät hast, kannst du dein Scoby-Jerky im Backofen zubereiten. Dazu einfach den Backofen auf die niedrigste Temperatur einstellen und die Tür mit einem Holzlöffel aufstehen lassen.

Scoby Fruchtgummi
Hilfsmittel:
- Mixer
- Dörrgerät
- Backpapier bzw. Dörrfolie
- Abgewinkelter Spatel
- Pizzaschneider oder Schere
Zutaten:
- 500 g Scoby
- 125 g Fruchtpüree (Erdbeer- oder gemischt mit Himbeerpüree)
- 25 g Tasse Bio-Zucker
Zubereitung:
- Püriere die Früchte, gib den Zucker zu den Früchten und stelle die Masse beiseite.
- Püriere den Scoby bei mittlerer Geschwindigkeit im Mixer.
- Füge das Fruchtpüree hinzu und mixe weiter, bis alles gut vermischt ist.
- Schneide das Backpapier so zu, dass es auf den Einschub des Dörrgerätes passt.
- Gieße die Scoby-Fruchtmischung auf das Papier auf dem Gestell.
- Verteile die Mischung mit einem angewinkelten Spatel bis zu allen Rändern (etwa 1/2 cm dick).
- Führe die Schritte 1 bis 5 durch, bis alle Bleche gefüllt sind.
- Dörre die Masse bei 30 °C für 24 bis 36 Stunden oder bis die Mischung trocken und nicht mehr klebrig ist.
- Die getrocknete Masse aus dem Dörrgerät nehmen und auf ein Schneidebrett legen.
- Schneide mit einem Pizzaschneider oder einer Schere 1/2 cm breite Streifen über die gesamte getrocknete Scoby Fruchtmasse.
- Lassen Sie den getrockneten Scoby Fruchtgummi auf dem Pergamentpapier liegen und rollen Sie die Scoby Frucht auf.
- In einem luftdichten Behälter aufbewahren.
- Entferne den Scoby Fruchtgummi vor dem Verzehr vom Papier.
LASS ES DIR SCHMECKEN!

















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7 Kommentare
Sehr cooler Beitrag werde ich mal probieren. Meine Scoby´s werden immer größer und ich will nicht noch mehr Kombucha machen… wer soll denn das ganze Trinke :D.
Der Artikel über den Scoby und seine Möglichkeiten ist sehr interessant, dass man den essen kann, hab ich nicht erwartet, weil er so gummiartig wirkt. Aber man lernt, dank Euch, nie aus.