Wenn du schon fleißig unseren Blog gelesen hast, bist du bereits ein Profi im Herstellen vom fermentierten Teegetränk und es wird Zeit für die prickelnde Veredelung: Die zweite Fermentation. Eine unerwartete Vielfalt, Kombinationen ganz nach deinem Geschmack und ergänzende Inhaltsstoffe für deinen leckeren Kombucha warten hier auf dich.
Was passiert bei der zweiten Fermentation?
Nach der ersten Fermentation kann Kombucha für eine zweite Fermentationsphase in druckgeeignete, verschlossene Flaschen abgefüllt werden. Dabei lassen sich Früchte, Säfte, Kräuter oder Gewürze ergänzen, um Geschmack und Aroma weiterzuentwickeln.
Die im Getränk vorhandenen Hefen können verbliebenen Zucker sowie Zucker aus zusätzlich verwendeten Zutaten weiter verstoffwechseln. Dabei kann Kohlendioxid entstehen. Da dieses in der geschlossenen Flasche nicht einfach entweichen kann, nimmt die Kohlensäure zu.
Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt unter anderem von der verwendeten Kultur, der Zuckermenge, den zusätzlichen Zutaten, der Temperatur und der Fermentationsdauer ab.
Die Zweitfermentation dient damit vor allem der geschmacklichen Veredelung und Karbonisierung. Sie macht Kombucha nicht automatisch „gesünder“ und erlaubt keine pauschalen Aussagen über zusätzliche gesundheitliche Wirkungen.
Weil sich während der Zweitfermentation Druck in der Flasche aufbauen kann, sollten ausschließlich druckgeeignete Flaschen verwendet und diese vorsichtig geöffnet werden.

Was brauche ich für die Zweitfermentation?
Für die Zweitfermentation brauchst du fertig fermentierten Kombucha und druckgeeignete, gut verschließbare Flaschen. Je nachdem, wie viele Geschmacksrichtungen du ausprobieren möchtest, kannst du mehrere kleinere Flaschen verwenden.
Lass beim Abfüllen etwas Platz bis zum Deckel und ergänze anschließend die gewünschten Zutaten. Besonders Früchte, Säfte und andere zuckerhaltige Zutaten können die weitere Bildung von Kohlensäure verstärken.
Je nach Rezeptur kann der Kombucha anschließend für kurze Zeit bei Raumtemperatur weiter fermentieren. Kontrolliere die Flaschen dabei regelmäßig und öffne sie immer vorsichtig, da sich Druck aufbauen kann.
Wenn Geschmack und Kohlensäure für dich passen, stellst du die Flaschen in den Kühlschrank. Die Kühlung verlangsamt die weitere Fermentation deutlich, stoppt sie aber nicht zwingend vollständig.
Tipp: Verwende ausschließlich stabile Flaschen, die ausdrücklich für kohlensäurehaltige Getränke beziehungsweise Fermentation geeignet sind.
Obst, Kräuter und Gewürze für mehr Geschmack
Mit Früchten, Säften, Kräutern und Gewürzen kannst du deinen Kombucha ganz unterschiedlich aromatisieren.
Mögliche Zutaten sind zum Beispiel:
- frische Früchte und Beeren wie Erdbeere, Orange, Apfel, Wassermelone, Pflaume, Granatapfel oder Zitrone
- Trockenfrüchte wie Datteln, Feigen, Cranberries, Mango oder Rosinen
- Kräuter wie Basilikum, Minze, Rosmarin, Thymian oder Zitronenverbene
- Gewürze wie Zimt, Vanille, Kardamom, Ingwer oder Sternanis
- für Lebensmittel geeignete Blüten wie Lavendel, Rose, Holunder oder Hibiskus
- Säfte wie Orangen-, Apfel-, Granatapfel-, Grapefruit- oder Ingwersaft
- Zutaten wie Ingwer, Kurkuma, Rote Bete oder Gurke
Oft ist weniger mehr. Wenn du dich auf ein bis drei Zutaten beschränkst, bleiben die einzelnen Aromen besser erkennbar.
Beachte außerdem: Je mehr verwertbarer Zucker die zusätzlichen Zutaten enthalten, desto stärker kann die weitere Fermentation und damit auch die Kohlensäurebildung ausfallen.
Unsere Kombucha Sorten
Bei Kombuchery findest du aktuell die Sorten Original, Ginger, Mango und Orange. Grundlage ist jeweils fermentierter Bio-Grüntee, ergänzt um die jeweiligen sortenspezifischen Zutaten.
Da sich Rezepturen und Sortimente weiterentwickeln können, findest du die jeweils aktuelle Zutatenliste und Nährwertdeklaration immer direkt auf der entsprechenden Produktseite.
Kombucha als persönliche Routine
Manche Menschen trinken Kombucha regelmäßig, andere nur gelegentlich. Eine bestimmte Trinkdauer wie beispielsweise 30 Tage ist dafür nicht erforderlich.
Wenn du Kombucha neu für dich entdeckst, kannst du verschiedene Sorten und Situationen ausprobieren und herausfinden, wann das fermentierte Teegetränk am besten in deinen Alltag passt.
Wer 30 Tage lang regelmäßig Kombucha trinkt, baut vor allem eine feste Getränkeroutine auf. Unsere Community berichtet beispielsweise davon, klassische Softdrinks häufiger durch Kombucha zu ersetzen oder neue Lieblingssorten für unterschiedliche Situationen im Alltag zu entdecken. Welche gesundheitlichen Veränderungen individuell wahrgenommen werden, lässt sich jedoch nicht pauschal Kombucha zuschreiben.
Früchte, Säfte und Gewürze für deine eigene Zweitfermentation
Auch zuhause kannst du den Geschmack deines Kombuchas durch unterschiedliche Zutaten weiterentwickeln.
Ingwer bringt beispielsweise eine intensive, würzige Schärfe mit. Beeren sorgen für fruchtig-säuerliche Noten, während Zitrusfrüchte Frische und Maracuja ein tropisches Aroma ergänzen können.
Welche Zutaten du verwendest, ist vor allem eine Frage des gewünschten Geschmacks. Gleichzeitig können insbesondere zuckerhaltige Früchte und Säfte die weitere Fermentation und Kohlensäurebildung beeinflussen.
Rezepte für die zweite Fermentation
Beachte bitte für jede Zubereitung: Sind viele Bläschen in der Flasche sichtbar, sollte vorsichtig ein Druckausgleich durchgeführt werden. Am besten jeden Tag einmal.

Ingwer-Zitronen-Kombucha
Das benötigst du:
- 4 Glasflaschen á 200 ml
- 8 Scheiben geschälten Ingwer
- 3 Flaschen KOMBUCHERY Original
- 30 ml frisch gepresster Zitronensaft
So wird's gemacht:
- Den Kombucha auf 4 Flaschen verteilen.
- Die Ingwer-Scheiben geschält und gewaschen in die Flaschen aufteilen.
- Zitronensaft in gleichem Verhältnis in die Flaschen füllen
- Verschließe die Flaschen.
- Kombucha bei Zimmertemperatur mindestens 3 Tage fermentieren lassen. Danach in den Kühlschrank stellen, um die Fermentation wieder zu stoppen.
Cranberry-Ingwer-Kombucha
Das benötigst du:
- 500 ml fertiger Kombucha
- 2 Esslöffel Cranberry-Saft
- 1 Teelöffel geriebener Ingwer (wer Ingwer nicht so gerne mag, kann auch frisch gepressten Orangensaft nehmen)
So wird's gemacht:
- Fülle 1 Liter fermentierten Kombucha in eine drucksichere Bügelverschlussflasche.
- Füge den Ingwer und den Cranberrysaft hinzu. Wenn du einen stärkeren Cranberry-Geschmack wünschst, kannst du die Menge an Cranberry-Saft verdoppeln.
- Schließe und sichere den Deckel der Flasche.
- Lasse das Getränk 5 Tage lang bei Raumtemperatur gären und stelle die Flaschen dann in den Kühlschrank.
Cranberrysaft bringt eine herbe, fruchtig-säuerliche Note in den Kombucha. Zusammen mit Ingwer entsteht ein kräftiges Aroma aus Fruchtigkeit, Säure und würziger Schärfe.

Kombucha mit Blüten
Das benötigst du:
- 800 ml fertiger Kombucha
- 1 kleine Holunderblütendolde
- 10 bis 15 Kamillenblüten
- 3 Lavendelblüten
- 3 Rosenknospen (getrocknet, die haben mehr Aroma)
So wird's gemacht:
- Den Kombucha in eine Bügelflasche füllen.
- Alle Blüten ausschütteln, um sie von dem Blütenstaub und dem Kleingetier zu befreien.
- Die kleinen Holunderblütendolden abzupfen.
- Die Kamillen- und Lavendelblüten direkt hinter den Blütenköpfen vom Stiel trennen.
- Alle Zutaten in die Flasche geben.
- Die Flasche verschließen und 1 bis 3 Tage bei Raumtemperatur stehen lassen. Zwischendurch ruhig mal probieren.
- Sind Geschmack und Kohlensäuregehalt passend, die Inhaltsstoffe filtern und den Kombucha im Kühlschrank aufbewahren.
Holunder-, Kamillen-, Lavendel- und Rosenblüten bringen florale, teilweise leicht herbe Aromen in die Zweitfermentation.
Verwende für Getränke ausschließlich für Lebensmittel geeignete und möglichst unbehandelte Blüten. Bei selbst gesammelten Pflanzen solltest du außerdem sicher sein, dass du die jeweilige Pflanze eindeutig bestimmen kannst.

Minziger Erdbeer-Kombucha
Das benötigst du:
- 800 ml fertiger Kombucha
- 3 EL in Stücke geschnittene Erdbeeren
- 6 bis 10 Pfefferminzblätter (je nach gewünschter Intensität)
So wird's gemacht:
- Die Erdbeerstücke und die Minzblätter in die Fermentationsflasche geben.
- Die Flasche verschließen und den Ansatz 1 bis 3 Tage bei Raumtemperatur fermentieren lassen.
- Nach einem Tag kannst du das Getränk bereits probieren. Wenn dir der Geschmack und der Kohlensäuregehalt passen, wird das Getränk gleich genossen oder im Kühlschrank aufbewahrt.
Erdbeeren bringen natürliche Süße und ein fruchtiges Aroma in den Kombucha. Minze ergänzt eine frische, leicht kühlende Geschmacksnote. Zusammen entsteht eine besonders sommerliche Variante für die Zweitfermentation.
Weitere leckere Rezepte und Buchempfehlungen findest du hier auf unserem Blog.
FAQ
Wie lange ist Kombucha nach der Zweitfermentation haltbar?
Für selbst fermentierten Kombucha lässt sich keine pauschale Haltbarkeit angeben. Sie hängt unter anderem von Hygiene, Rezeptur, Fermentationsgrad, Restzucker, Zutaten und Lagerung ab.
Kühlung verlangsamt die weitere Fermentation deutlich, stoppt sie aber nicht zwingend vollständig. Selbst angesetzter Kombucha sollte deshalb sauber verarbeitet und gekühlt gelagert werden.
Bei sichtbarem Schimmel, auffälligem Geruch oder anderen ungewöhnlichen Veränderungen sollte selbst fermentierter Kombucha nicht mehr getrunken werden.
Welche Inhaltsstoffe kann Kombucha enthalten?
Die Zusammensetzung von Kombucha hängt von Tee, Kultur, Zucker, Fermentationsdauer und Herstellungsverfahren ab.
Typischerweise können verschiedene Mikroorganismen, organische Säuren, Bestandteile des verwendeten Tees und weitere Fermentationsprodukte vorkommen.
Nicht jeder Kombucha enthält automatisch dieselben Vitamine, Mineralstoffe, Mikroorganismen oder sonstigen Stoffe in ernährungsphysiologisch relevanten Mengen.
Enthält Kombucha Alkohol?
Bei der Fermentation von Kombucha kann Alkohol entstehen. Wie hoch der Alkoholgehalt ausfällt, hängt unter anderem von Rezeptur, Kultur, Fermentationsdauer, Temperatur und Lagerung ab.
Bei selbst hergestelltem Kombucha kann der Alkoholgehalt stärker schwanken als bei kontrolliert hergestellten Produkten.
Für abgefüllte Produkte ist die jeweils aktuelle Produktkennzeichnung maßgeblich. Schwangere, Stillende und Eltern sollten bei Fragen zum Konsum beziehungsweise zum Alkohol- und Koffeingehalt des konkreten Produkts individuell medizinischen Rat einholen.















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3 Kommentare
SUPER TOLLE Einführung in das Thema. Kurz und trotzdem ausführlich genug.
DANKE … und jetzt gehts los mit der Zweitfermentation ;-D
Die beste Beschreibung überhaupt. Sehr ausführlich und interessant. Danke
Hallo und danke für die ausführlichen Infos.
in meiner Zweitfermentation (pur) entwickelt sich in den Flaschen immer ein Schleimpfropf. Warum und ist der schädlich? Ich bin noch nicht sehr mit dem Brauen des Kombuchas vertraut und hoffe auf eine Antwort.
LG Maria